Prüfungsordnung
zur Führung des Titels


„Geprüfter Carillonneur der Deutschen Glockenspielvereinigung“

Präambel 

Um die Ziele der Deutschen Glockenspielvereinigung nachhaltig zu fördern wurde auf der Jahrestagung der Deutschen Glockenspielvereinigung e.V. am 8.9. 2001 in Hamburg eine Prüfungskommission benannt, die mit der Aufgabe betraut wurde, eine Prüfungsordnung für Glockenspieler zu erarbeiten.

Die Prüfungskommission wird alle fünf Jahre neu berufen.
Sie arbeitet selbständig und unabhängig.

Die Prüfungskommission vergibt den Titel:

„Geprüfter Carillonneur der Deutschen Glockenspielvereinigung“

§ 1
Zulassung zur Prüfung 


Zur Prüfung kann zugelassen werden, wer mindestens zwei Jahre aktive Mitgliedschaft in der Deutschen Glockenspielvereinigung e.V. nachweisen kann und das 18. Lebensjahr vollendet hat.


§ 2
Vom Prüfungskandidaten geforderte Leistungen und Nachweise


1. Vortrag von vier Pflichtstücken, die von der Prüfungskommission aus einer Repertoirliste des Kandidaten mit mindestens zwanzig repräsentativen Werken für Carillon (15 Originalwerke, fünf Bearbeitungen; die Repertoirliste muss Werke des Barock, der Romantik und der Moderne enthalten) sechs Monate vor der Prüfung ausgewählt werden. Auf Wunsch kann zusätzlich eine eigene größere Komposition des Prüflings aufgenommen werden. Die Noten müssen am Prüfungstag der Kommission in drei Exemplaren vorliegen.

2. Bearbeitung und Aufführung eines gegebenen und eines selbstgewählten Musikwerks für ein Carillon mit 3 Oktaven Umfang. Dabei sollte die gegebene Vorlage in zwei Systemen (Klaviersatz) vorliegen. Der Notensatz der Bearbeitung ist der Prüfungskommission mindestens vier Wochen vor der Prüfung vorzulegen.

3. Komposition und Aufführung von Variationen über ein Liedthema eigener Wahl. Der Notensatz ist der Prüfungskommission mindestens vier Wochen vor der Prüfung vorzulegen.

4. Ausführung einer spontanen Improvisation über ein gegebenes, leichtes Thema. Das Thema wird dem Prüfling 60 Minuten vor Prüfungsbeginn mitgeteilt.
(Volkslied, Choral oder ein Werk der populären Musik)

5. Kolloquium zum Thema Glockenkunde, -geschichte und Literaturkunde (45 Minuten). Ein Themenschwerpunkt kann mit der Prüfungskommission abgesprochen werden. Bei Einverständnis der Kandidaten ist eine begrenzte Zuhörerschaft bei Aufgabe 5 möglich.

6. Ausführung einer schriftlichen Arbeit, die ein Thema über Glocken oder Glockenspiele im engeren Sinn beinhaltet. Das Thema ist mit der Prüfungskommission abzusprechen. Der Umfang sollte mindestens 10 Seiten betragen. Die Arbeit kann im Mitteilungsblatt „Forum Glockenspiel“ veröffentlicht werden.


Darbietung der geforderten praktischen Aufgaben (1 – 4) im Rahmen eines einstündigen Konzerts auf einem Carillon mit einem Tonumfang von mindestens 3 1/2 Oktaven und einer Basis von c`` oder tiefer – möglichst bei einer Jahrestagung der DGV.


§ 3
Bewertung und Gewichtung der einzelnen Prüfungsaufgaben


Die einzelnen Aufgaben (1 – 6) werden mit jeweils 0 – 100 Punkten bewertet. Dabei zählt die Aufgabe 1 achtfach, die Aufgabe 2 dreifach sowie die Aufgaben 3 und 4 doppelt. Die Aufgaben 5 und 6 werden mit einfacher Punktzahl berechnet.

1. Prüfungsaufgabe mal 8 max. 800 Punkte
2. Prüfungsaufgabe mal 3 max. 300 Punkte
3. Prüfungsaufgabe mal 2 max. 200 Punkte
4. Prüfungsaufgabe mal 2 max. 200 Punkte
5. Prüfungsaufgabe max. 100 Punkte
6. Prüfungsaufgabe max. 100 Punkte

Insgesamt sind 1.700 Punkte zu erreichen

Einzelne Prüfungsteile können nicht entfallen. Die Aufgaben 5 und 6 können jedoch zeitlich abgetrennt und vor oder nach der praktischen Prüfung absolviert werden. 
In den Prüfungsteilen 1 – 3 sind mindestens jeweils 55 Punkte (ausreichend) zu erreichen.
Die Prüfung gilt als „bestanden“, wenn bei allen geforderten Prüfungsteilen zusammen mindestens 900 Punkte erreicht sind. Ab 1.300 Punkte ist die Prüfung „gut bestanden“. Ab 1.450 Punkte ist die Prüfung „mit Auszeichnung“ bestanden.


§ 4
Zusammensetzung des Prüfungskollegiums


Das Prüfungskollegium besteht aus mindestens vier Personen aus der von der Mitgliederversammlung der Deutschen Glockenspielvereinigung e.V. bestimmten Prüfungskommission. Ein diplomierter ausländischer Glockenspieler ist zu der Prüfung gleichberechtigt hinzuzuziehen.


§ 5
Zeitlicher Rahmen und Wiederholungsmöglichkeiten der Prüfung


Alle Teilbereiche der Prüfung sind innerhalb von 24 Monaten abzulegen, ansonsten muss die Prüfung komplett wiederholt werden.

Auf Antrag des Prüflings können die Teile 5. und 6. der vorhergehenden Prüfung anerkannt werden.

Bei Nichtbestehen der Prüfung ist eine Wartezeit von 12 Monaten obligatorisch, die Wiederholung einer nicht bestandenen Prüfung ist einmal möglich, danach gilt die Prüfung als endgültig nicht bestanden.

Prüflinge mit endgültig nicht bestandener Prüfung können sich nicht mehr zu Prüfungen der DGV melden.


§ 6
Prüfungsgebühr


Die Prüfungsgebühr beträgt 100 Euro pro beantragter und durchgeführter Prüfung.


§ 7

Über Ausnahmen entscheidet die ganze Prüfungskommission mit absoluter Mehrheit.



Prüfungskommission:

Wilhelm Ritter, Kassel
Knut Schieferdecker, Saalfeld
Frank Müller, Magdeburg
Dr. Gunther Strothmann, Kiel
Stefan Klockgether, Goslar-Hahnenklee


Prüfungsordnung beschlossen am 8. September 2001 in Hamburg
Prüfungskommission neu gewählt am 19. Oktober 2013 in München



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Letzte Aktualisierung: 25.10.2013